Am 17.März.2018 war es wieder soweit, man konnte einen ganzen Abend lang von 19 bis 2 Uhr morgens die Stuttgarter Museen, Galerien, Denkmäler und sonstige Austellungsorte besuchen. Der Treffpunkt des vierstündigen Geschichtskurses war das Bunkerhotel am Marktplatz, denn dieses kann lediglich einmal im Jahr im Rahmen der langen Nacht der Museen besichtigt werden. Trotzdem haben wahrscheinlich die wenigsten unter uns mit der langen Besucherschlange gerechnet , die sich über den gesamten Marktplatz erstreckte. Jetzt hieß es erstmal warten und frieren, während die einen versuchten die Zeit mit einer Schnäppchensuchaktion im Breuninger totzuschlagen, wussten die anderen genau wie man sich mit witzigen Geschichten und Rafas griechischem Wunderfruchtsaftelixier warm halten konnte. In dem Fall Chapeau an Frau Schosser, die sich trotz Erkältung wacker geschlagen hatte! Endlich wurden dann die Pforten für das Bunkerhotel auch für uns geöffnet. Genutzt wurde es von 1945 bis 1958, mit der Idee Kriegsbunker in Herbergen umzufunktionieren, um damit die im zweiten Weltkrieg zerstörten Hotels und Pensionen zu ersetzen. Wir freuten uns schon auf den Schimmel und die Pilze, vorallem Matthias war fasziniert von den Bunkertoiletten, die wahrscheinlich seit 1958 nicht mehr saubergemacht wurden. Anschließend machten wir uns auf dem Weg zum Alten Schloss, dieses wurde extra für die Lange Nacht der Museen mit farbenfrohen Lichtsspielen und Essenständen ausgestattet, die für ein tolles Ambiente und natürlich für eine wunderbare Selfiekulisse sorgten. Das Alte Schloss in Stuttgart diente einst als Sitz der Grafen und Herzöge von Württemberg. Die erste Burganlage existierte bereits 950 und wurde anschließend 1553 bis 1578 zu einem Schloss mit einem bemerkswerten Arkadenhof im Stil der süddeutschen Renaissance ausgebaut. Ein Brand 1931 und die Bomben des Zweiten Weltkriegs zerstörten 1944 das Schloss, der Wiederaufbau dauerte bis 1969. Seitdem wird das Alte Schloss als Landesmuseum genutzt. Direkt daneben befindet sich das Neue Schloss, welches ab dem 18. Jahrhundert das Alte Schloss von seinen Funktionen als königliche Residenz ablöste. Die neue und auch letzte große barocke Residenzschlossanlage die in Deutschland erbaut wurde, errinnert stark an Versailles in Frankreich und um dies noch zu untermauern, liefen im inneren des Schlosses verkleidete Damen und Herren in Roben aus dem Rokoko herum. Heute wird es jedoch vom Ministerium für Finanzen und das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau in Baden-Württemberg genutzt. Somit war es uns möglich einen Blick auf das Amtszimmer des Ministerpräsidenten zu werfen. Mit einem letzten Besuch im Haus der Geschichte ließen wir anschließend den informativen, aber auch lustigen Abend um kurz vor Mitternacht ausklingen.
von Sana Naz

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